Was ist Brauchwasser?

Brauchwasser gewinnt man aus Regen- oder Flusswasser beziehungsweise durch die Aufbereitung von Grauwasser. Grauwasser fällt im Haushalt als Schmutzwasser an. Es ist jedoch frei von Küchenabwässern und Fäkalien. Ein anderer Begriff für Brauchwasser ist Betriebs- oder Nutzwasser. Das so bezeichnete Wasser wird nicht als Trinkwasser eingesetzt. Auch die Verwendung bei der Herstellung von Nahrungsmitteln ist untersagt. Dennoch muss Brauchwasser gewissen Mindesthygienestandards entsprechen, um einer Verwendung zugeführt zu werden. Das jeweilige Einsatzgebiet stellt dabei bestimmte Anforderungen. So muss Brauchwasser beispielsweise kalk- oder salzfrei sein. Brauchwasser wird in erster Linie von Unternehmen, bei der Stadtreinigung und für die Bewässerung von Grünanlagen genutzt.

Auch die Nutzung in Privathaushalten beispielsweise für die Spülung von Toiletten, den Betrieb von Waschmaschine und zum Bewässern von Gärten wird praktiziert. Abwasser entsteht in einem Haushalt als sogenanntes Schwarz- und Grauwasser. Dabei bezeichnet Schwarzwasser das Wasser aus Toilettenspülungen. Eine weitere Unterteilung erfolgt in Braunwasser (Fäkalien) und Gelbwasser (Urin). Schwarzwasser nimmt am Aufkommen des Gesamtabwassers einen Anteil von 25 bis 30 Prozent ein. Es ist das am stärksten verunreinigte Abwasser. Grauwasser ist das übrige Abwasser aus Bad und Küche. Es zeichnet sich dadurch aus, dass es nährstoffarm ist und nur geringe organische Verschmutzung aufweist. Außerdem beinhaltet es kaum Keime der Darmflora. Wird Abwasser im Haushalt in Grau- und Braunwasser getrennt, bieten sich im Anschluss daran gänzlich neue Reinigungs- und Verwertungsmöglichkeiten. 

Auch wenn viele Wasser- und Abwasserbetriebe ihre modernen und teilweise teuren Kapazitäten weiterhin auslasten möchten, der Verbrauch von aufwendig gewonnenem Trinkwasser muss weiter verringert werden. Es bestehen sowohl ökologische als auch wirtschaftliche Zwänge. Durch den Einsatz von Brauchwassersystemen kann in vielen Anwendungsbereichen der erforderliche Bedarf an Wasser mit Brauchwasser gedeckt werden. Voraussetzung für einen Einsatz ist lediglich, dass die Qualitätsanforderungen nicht die von Trinkwasser erreichen müssen. Die Gewinnung von Brauchwasser kann auf verschiedene Arten erfolgen. Neben der Nutzung von Oberflächen- und Grundwasser kommt der Aufbereitung und Wiederverwendung von bereits benutztem Wasser die Hauptrolle zu. Im industriellen Bereich wird bereits seit längerer Zeit gezielt Brauchwasser für verschiedene Aufgaben gewonnen.


Abwasseraufbereitung dient einem geschlossenen Wasserkreislauf

Abwasseraufbereitung dient einem geschlossenen Wasserkreislauf

In wasserarmen Regionen, beispielsweise in Ostdeutschland, kann es für die Wirtschaftlichkeit von Bedeutung sein, dass kommunale Kläranlagen ihren Ablauf für eine Brauchwassernutzung aufzu-bereiten. Im Bereich der privaten Haushalte kann Brauchwasser über eine extra Ableitung der Trink- und Hauswasser-Verbrauchsstellen (Waschbecken, Dusche) gewonnen werden. Solche Abwassersysteme können gut mit einer Regenwasser-Nutzung kombiniert werden. Die Aufbereitung von Abwasser sorgt für einen relativ geschlossenen Kreislauf, wobei eine mehrfache Wiederverwendung möglich ist. Mit der Zeit treten in einem geschlossenen Wasserkreislauf Verluste auf und auch Inhaltsstoffe reichern das Wasser weiter an. Es muss ein gewisser Austausch und eine Zufuhr von neuem Brauchwasser erfolgen. In größeren Industrieanlagen ist es üblich Ab- beziehungsweise Brauchwasser mehrfach zu nutzen, indem eine Reihenfolge mit abnehmender Qualität eingehalten wird.

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